Die Biber vom Mühlwasser

Machtkampf in der Baubranche Teil 2

Zuhause angekommen wartete Rosmarie bereits ungeduldig auf ihn, da sie wissen wollte wie sein erstes Verkaufsgespräch verlief. Schließlich wollte sie auch endlich mal wieder gute Neuigkeiten hören, da aufgrund der Wirtschaftslage und Gustls magerer Auftragslage ihr Einkommen immer knapper wird. Gustl betrat sein Nest und schüttelte den Kopf. „Rosi mein Schatz, ich sag dir eins…die Leut werden immer depperter.“Rosmarie schnitt gerade ein paar Äste für das Abendmahl, stimmte ihm zu und anschließen bat sie Gustl den Tisch zu decken. Anschließend aßen sie und unterhielten sich entspannt. Doch dann erzählte Rosmarie etwas, das Gustl zur Weißglut brachte. Sie erzählte ihm, dass er aufgrund seines Verkaufsgesprächs mit Hasel, eine Veranstaltung verpasst hatte. Denn Gufi, der König des Mühlwassers, präsentierte seinen Untertanen ein neues Projekt, welches er ab sofort umsetzen möchte. Er möchte ein Shopping Center errichten und als Bauträger hatte er ausgerechnet Rendell Braunfell auserwählt. Rosmarie erzählte:“ Und am Ende haben die Beiden noch Fotos für die Presse gemacht, wo sie breit grinsten und Hände schüttelten.“ Gustl schlug mit seiner Faust auf den Tisch und pöbelte: „Das ist Korruption!! Es gab nie eine Ausschreibung für dieses Projekt! Diese Scheiße Braunfell Familie ist schon ewig mit diesen weißen, arroganten, abgehobenen, langhalsigen Arschlöchern befreundet.“ Gustl imitierte Rendell: „Ohh Gufi …ja ich wisch dir gern deinen Hintern ab…darf ich dafür immer reicher werden??“ Gustl nahm sich ein Bier aus dem Kühlschrank. Rosmarie versuchte ihren gekränkten Bibergatten zu beruhigen – erfolglos. Nach einem Bier folgte das nächste. Gustl sah sich ein altes Familienfoto mit ihm, Rosmarie und Willifred an. Er beschloss einen nächtlichen Ausflug in eine Bar zu machen, um dort seiner Wut weiteren Bewohnern des Mühlwassers kundzutun.

In der „Untermühlwasserbar“ angekommen, setzte er sich an den Tresen. Die Barkeeperin war die Karpfin Mörl. Die beiden kannten sich bereits. Schließlich war das nicht Gustl erster Ausflug in die Nachtszene des Mühlwassers. Mörl sagte: „Das Übliche?“ „Ja, aber diesmal mehr Alkohol, Mörli Börli.“ Gustl musste wegen seines Wortspiels lachen. Mörl entgegnete: „Nenn mich nicht so, bitte. Ich glaube ich weiß warum du schlecht drauf bist. Es ist wegen dem Shopping Center oder?“. Gustl nickte und Mörl übereichte den Algenchito mit Eis. Gustl exte das Getränk, danach begann er zu schreien: „Es reicht. Ich werde das regeln wie ein echte Biber….!“. Im selben Moment kamen neue Gäste zur Türe herein.

Es waren Rendell und drei seiner früheren Mitläufer-Biber. Rendell sah Gustl und sprach: „Na sieh an, sieh an, der liebe Ungustl. Da sind wir aber sicher alle gespannt, was du regeln möchtest wie ein echter Biber.“ Rendell lachte und zwang mittels einem scharfem Blick, seinem Gefolge dies auch zu tun. Gustl stand vom Barhocker auf und ging auf Rendell zu. Gustl holte aus und währenddessen sagte er: „Die Zweizahns haben den härtesten Biss!“. Gustl schlug Rendell ins Gesicht. Rendell lag bewusstlos am Boden. Und plötzlich stürzte sich Rendells Gefolge auf Gustl. Die prügelten auf ihn ein, doch Gustl wusste sich zu helfen. Gleich dem Leitspruch seiner Familie biss er den Bibern Löchern ins Fell. Er riss ihnen brutal die Haare aus. Woraufhin diese zurückschreckten. Gustl bewegte seine Arme abwechselnd, also linker und rechter Arm, vom Körper weg und wieder hin. Er sagte: „Na, wer will noch, wer hat noch nicht? Ich nehme es mit euch allen auf.“ Die Mitläufer schreckten zurück und begutachteten voller Schreck ihr zerstörtes Fell. Einer der Mitläufer sagte: “Du wirst von meinem Anwalt hören.“ Ein anderer betonte: „Oh nein, das erzählen wir gleich Gufi. Vielleicht wird der alte Bibersack ja dann ausgewiesen vom Mühlwasser. „Sie begannen verräterisch zu grinsen und stimmten dieser Idee zu. Gleichzeitig kam Rendell wieder zu Bewusstsein. Er richtete sich auf und wischte sich seine Blutlippe ab. Er sagte: „Oh nein, das werden wir nicht tun. Gustl werden wir anders erledigen. Ich habe keine Lust mit Gufi mehr Zeit zu verbringen, als ich es jetzt schon muss für die Aufträge. Ihr habt ja keine Ahnung wie der Schwan mich nervt. Habt ihr gewusst, dass sich Schwäne ausschließlich vom Schlamm des Wassergrunds ernähren? Habt ihr eine Ahnung was mir da für ein Geruchsschweif entgegen kommt, wenn der lacht? Das ist grotesk! Eines Tages werde ICH König werden!“. Das Gefolge stimmte zu und beschloss die Bar mit Rendell zu verlassen. Doch dann … demaskierte sich einer der Barbesucher. Es war Willifred. Gustl konnte es kaum glauben. Willifred hielt ein Aufnahmegerät hoch und sprach: „Ich glaube, ich habe hier etwas aufgenommen was euch bestimmt nicht zum König macht, sondern mehr zum Brutus.“ Gustl lief zu seinem Sohn und umarmte ihn. Rendell sagte „Scheiße, wir müssen weg“ und verlies mit seinem Gefolge die Bar.

Gustl fragte Willifred was er hier machen würde. Willifred meinte, er wollte kurz noch einen Absacker machen, um dann in sein Nest zurückzukehren. Weiters fragte Gustl warum Willifred nicht bereits bei der Prügelei einschritt. Willifred erinnerte Gustl, dass er mehr der Denker sei. Sie lachten und gingen Nachhause.

Am nächsten Tag reichten sie das brisante Tonmaterial bei den Moorhühnern ein und nur einen Tag später gab Gufi bekannt, dass Gustl den Auftrag des Shopping Centers bekommen würde. Rendell verlies noch am Tag des Barbesuchs das Mühlwasser und zog weiter. Nach schwerem Schuften wurde das Shopping Center mit einem großen Event eröffnet. Gufi lobte Gustl Arbeit und wollte ein Foto mit ihm machen. Bevor die beiden für das Foto zusammentrafen, sah Gustl wie Gufi Mundspray benutzte, um dann in die Kamera zu grinsen.

Die Menge bejubelte den neuen Bau und Gustl war der glücklichste Biber des Mühlwassers.

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