Die Biber vom Mühlwasser

Machtkampf in der Baubranche Teil 2

Zuhause angekommen wartete Rosmarie bereits ungeduldig auf ihn, da sie wissen wollte wie sein erstes Verkaufsgespräch verlief. Schließlich wollte sie auch endlich mal wieder gute Neuigkeiten hören, da aufgrund der Wirtschaftslage und Gustls magerer Auftragslage ihr Einkommen immer knapper wird. Gustl betrat sein Nest und schüttelte den Kopf. „Rosi mein Schatz, ich sag dir eins…die Leut werden immer depperter.“Rosmarie schnitt gerade ein paar Äste für das Abendmahl, stimmte ihm zu und anschließen bat sie Gustl den Tisch zu decken. Anschließend aßen sie und unterhielten sich entspannt. Doch dann erzählte Rosmarie etwas, das Gustl zur Weißglut brachte. Sie erzählte ihm, dass er aufgrund seines Verkaufsgesprächs mit Hasel, eine Veranstaltung verpasst hatte. Denn Gufi, der König des Mühlwassers, präsentierte seinen Untertanen ein neues Projekt, welches er ab sofort umsetzen möchte. Er möchte ein Shopping Center errichten und als Bauträger hatte er ausgerechnet Rendell Braunfell auserwählt. Rosmarie erzählte:“ Und am Ende haben die Beiden noch Fotos für die Presse gemacht, wo sie breit grinsten und Hände schüttelten.“ Gustl schlug mit seiner Faust auf den Tisch und pöbelte: „Das ist Korruption!! Es gab nie eine Ausschreibung für dieses Projekt! Diese Scheiße Braunfell Familie ist schon ewig mit diesen weißen, arroganten, abgehobenen, langhalsigen Arschlöchern befreundet.“ Gustl imitierte Rendell: „Ohh Gufi …ja ich wisch dir gern deinen Hintern ab…darf ich dafür immer reicher werden??“ Gustl nahm sich ein Bier aus dem Kühlschrank. Rosmarie versuchte ihren gekränkten Bibergatten zu beruhigen – erfolglos. Nach einem Bier folgte das nächste. Gustl sah sich ein altes Familienfoto mit ihm, Rosmarie und Willifred an. Er beschloss einen nächtlichen Ausflug in eine Bar zu machen, um dort seiner Wut weiteren Bewohnern des Mühlwassers kundzutun.

In der „Untermühlwasserbar“ angekommen, setzte er sich an den Tresen. Die Barkeeperin war die Karpfin Mörl. Die beiden kannten sich bereits. Schließlich war das nicht Gustl erster Ausflug in die Nachtszene des Mühlwassers. Mörl sagte: „Das Übliche?“ „Ja, aber diesmal mehr Alkohol, Mörli Börli.“ Gustl musste wegen seines Wortspiels lachen. Mörl entgegnete: „Nenn mich nicht so, bitte. Ich glaube ich weiß warum du schlecht drauf bist. Es ist wegen dem Shopping Center oder?“. Gustl nickte und Mörl übereichte den Algenchito mit Eis. Gustl exte das Getränk, danach begann er zu schreien: „Es reicht. Ich werde das regeln wie ein echte Biber….!“. Im selben Moment kamen neue Gäste zur Türe herein.

Es waren Rendell und drei seiner früheren Mitläufer-Biber. Rendell sah Gustl und sprach: „Na sieh an, sieh an, der liebe Ungustl. Da sind wir aber sicher alle gespannt, was du regeln möchtest wie ein echter Biber.“ Rendell lachte und zwang mittels einem scharfem Blick, seinem Gefolge dies auch zu tun. Gustl stand vom Barhocker auf und ging auf Rendell zu. Gustl holte aus und währenddessen sagte er: „Die Zweizahns haben den härtesten Biss!“. Gustl schlug Rendell ins Gesicht. Rendell lag bewusstlos am Boden. Und plötzlich stürzte sich Rendells Gefolge auf Gustl. Die prügelten auf ihn ein, doch Gustl wusste sich zu helfen. Gleich dem Leitspruch seiner Familie biss er den Bibern Löchern ins Fell. Er riss ihnen brutal die Haare aus. Woraufhin diese zurückschreckten. Gustl bewegte seine Arme abwechselnd, also linker und rechter Arm, vom Körper weg und wieder hin. Er sagte: „Na, wer will noch, wer hat noch nicht? Ich nehme es mit euch allen auf.“ Die Mitläufer schreckten zurück und begutachteten voller Schreck ihr zerstörtes Fell. Einer der Mitläufer sagte: “Du wirst von meinem Anwalt hören.“ Ein anderer betonte: „Oh nein, das erzählen wir gleich Gufi. Vielleicht wird der alte Bibersack ja dann ausgewiesen vom Mühlwasser. „Sie begannen verräterisch zu grinsen und stimmten dieser Idee zu. Gleichzeitig kam Rendell wieder zu Bewusstsein. Er richtete sich auf und wischte sich seine Blutlippe ab. Er sagte: „Oh nein, das werden wir nicht tun. Gustl werden wir anders erledigen. Ich habe keine Lust mit Gufi mehr Zeit zu verbringen, als ich es jetzt schon muss für die Aufträge. Ihr habt ja keine Ahnung wie der Schwan mich nervt. Habt ihr gewusst, dass sich Schwäne ausschließlich vom Schlamm des Wassergrunds ernähren? Habt ihr eine Ahnung was mir da für ein Geruchsschweif entgegen kommt, wenn der lacht? Das ist grotesk! Eines Tages werde ICH König werden!“. Das Gefolge stimmte zu und beschloss die Bar mit Rendell zu verlassen. Doch dann … demaskierte sich einer der Barbesucher. Es war Willifred. Gustl konnte es kaum glauben. Willifred hielt ein Aufnahmegerät hoch und sprach: „Ich glaube, ich habe hier etwas aufgenommen was euch bestimmt nicht zum König macht, sondern mehr zum Brutus.“ Gustl lief zu seinem Sohn und umarmte ihn. Rendell sagte „Scheiße, wir müssen weg“ und verlies mit seinem Gefolge die Bar.

Gustl fragte Willifred was er hier machen würde. Willifred meinte, er wollte kurz noch einen Absacker machen, um dann in sein Nest zurückzukehren. Weiters fragte Gustl warum Willifred nicht bereits bei der Prügelei einschritt. Willifred erinnerte Gustl, dass er mehr der Denker sei. Sie lachten und gingen Nachhause.

Am nächsten Tag reichten sie das brisante Tonmaterial bei den Moorhühnern ein und nur einen Tag später gab Gufi bekannt, dass Gustl den Auftrag des Shopping Centers bekommen würde. Rendell verlies noch am Tag des Barbesuchs das Mühlwasser und zog weiter. Nach schwerem Schuften wurde das Shopping Center mit einem großen Event eröffnet. Gufi lobte Gustl Arbeit und wollte ein Foto mit ihm machen. Bevor die beiden für das Foto zusammentrafen, sah Gustl wie Gufi Mundspray benutzte, um dann in die Kamera zu grinsen.

Die Menge bejubelte den neuen Bau und Gustl war der glücklichste Biber des Mühlwassers.

Die Biber vom Mühlwasser

Machtkampf in der Baubranche Teil 1

Nachdem die Raben das Mühlwasser verlassen hatten, beschloss Gustl Zweizahn sein Leben drastisch zu verändern. Der brutale und hinterlistige Angriff auf sein Zuhause hatte ihm die Augen geöffnet. Das neuerliche Bewusstsein über die Endlichkeit des Lebens veranlassten ihn seinen Alltag zu überdenken.

Gustl war seit 7 Jahren bereits mit seiner Rosmarie Zweizahn, geborene Schnellnager, verheiratet. Die beiden haben einen Sohn. Willifred Zweizahn verließ jedoch bereits vor zwei Jahren das Nest um zu Reisen und Recherchen als Schriftsteller zu machen. Er kehrte bis heute nicht zurück. Gustl war nie glücklich über die Berufswahl seines Sohnebibers. Er hatte sich immer gewünscht, dass Willifred einmal sein Bauunternehmen übernehmen wird. Das Bauunternehmen „Zweizahn Holzbau GmbH“ hatte Gustl von seinem Vater einst übernommen und fortgeführt. Oft erinnert sich Gustl gern an die Worte seines Vaters: „Vergiss eines niemals: die Zweizahns haben den härtesten Biss, meiner lieber Gustl“. Gustl Karriere als junger Bauunternehmer verlief einst sehr gut. Er hatte viele Aufträge. Doch seit geraumer Zeit blieben diese jedoch aus. Gustl wusste jedoch ganz genau wer dafür verantwortlich war: sein früherer Schulkollege Rendell Braunfell. Gustl und Rendell waren bereits in ihrer Jugend bitter verfeindet. Rendell mobbte Gustl in seiner Schulzeit. Gustls Zahnwuchs war etwas rückentwickelt im Gegensatz zu seinen Schulkollegen. Seine Vorderzähne wuchsen nicht parallel, sondern nacheinander. So wurde er mit „Gustl Einzahn“ aufgezogen. Auch wegen Gustls Gereiztheit nannte Rendell ihn auch „Ungustl“. Alle anderen in der Klasse schlossen sich Rendell an. Schließlich konnte Rendell die coolsten Baumskulpturen anfertigen und er hatte nunja … einfach ein geschmeidiges Fell, welches in der Sonne beinahe schon wie Gold schimmerte. Rendell stammt einer sehr reichen fast schon adeligen Biberfamilie ab. Diese verlies jedoch vor 8 Jahren, gleich nach dem Schulabschluss, das Mühlwasser.

Doch seit ein paar Monaten war Rendell mit Frau und Kindern zurückgekehrt. Rendell eröffnete eine Baufirma mit jeder Menge Startkapital. Rendell brachte auch neue Bauarten mit zum Mühlwasser. So spezialisierte sich seine Firma nicht auf Holz, sondern er baute mit allen möglichen Rohstoffen, wie auch Schilf, Ästen, Blättern, Heu usw. Die Bewohner des Mühlwassers waren begeistert von den modernen Bauwerken. Nur Gustl nicht. Er hetzte gegen die Bauten und machte sich damit bei den Bewohnern des Mühlwassers unbeliebt.

Durch den Angriff der Raben und seinem neuen Lebensmut beschloss er, mit Verkaufsgesprächen anzufangen und seine Firma nicht aufzugeben. Er beschloss Hasel Kurzhals einen Besuch abzustatten, denn diese hatte sich bereits ein Schilfhaus von Rendell bauen lassen. Gustl besuchte sie, um ihr eine Alternative mit Baumstämmen zu verkaufen: Er klopfte bei ihr an, doch sie öffnete nicht. Die Tür war nicht zugesperrt. So beschloss Gustl das Schilf einfach zu betreten, um zu sehen was los war. Hasel lag schlafend und sabbernd auf ihrem Sofa mit einer halbleeren Jim Beam Flasche im Flügel. Der Fernseher lief, es spielte den Film: Stolz und Erpel. Gustl ging zu ihr hin während diese aufschreckte und verwirrt schrie: „Frederick?!! Bist du es?“. „Was? Nein … ich bin es, Gustl.“, sagte Gustl. „Was willst du hier?“, räusperte Hasel und nahm anschließend einen Schluck ihres Jim Beams. Gustl kommentierte: „Na Servas, du schaust aber nicht so gut aus.“. Hasel nahm ihren Kamm in die Hand und fuhr sich durch ihre Federn. An manchen Stellen musste sie aufhören, da es zu verknotet war. „Besser so für den Herrn??“ fragte sie Gustl gehässig. „Nein“, sagte Gustl und fuhr fort: „Aber egal. Ich wollte dich eigentlich nur fragen, ob du deine Wohnräumlichkeiten überdenken möchtest. Ich würde dir gerne ein, zwei Muster vorstellen“. Hasel unterbrach ihn: „Nein, sicher nicht. Ich habe für dieses Schilf schon genug bezahlt. Bist du jetzt auch schon so ein Haustürgeier?“. „Nein bin ich nicht! Ich will dich nur darauf hinweisen, dass dein Schilf sicherlich toll und modern ist, aber es schützt dich nicht vor Stürmen!“, sagte Gustl beleidigt und gereizt. „Ach komisch, denn das hat es bereits.“, entgegnete Hasel. „Kannst du bitte nicht so spucken beim Reden. Außerdem hast du eine ziemliche Fahne. So findest du sicher keinen Erpel.“, wurde Gustl ausfällig. Hasel wurde wütend und schrie Gustl an: „Achja??! Weißt du was? Ich will das auch gar nicht mehr! Du hässliche Biberfresse.“. Gustl schrie zurück: „Koooomischerweise reden aber alle vom Mühlwasser darüber, wie leid du ihnen tust weil Regina fort ist und du immer noch hier alleine hockst …In deinem UNPRAKTISCHEN Schilfhaus!“. Hasel pfauchte: „Hau ab! Du blöder Biber. Weißt du was! Ich weiß warum du hier bist. Koooooomischerweise reden alle vom Mühlwasser darüber, dass Rendell Braunfell dir den Markt gestohlen hat, und er viel besser baut und auch besser aussieht als du, und du voll eifersüchtig bist und schon immer warst!!!“. Gustl schrie: „Du verbitterte, alte Jungfer!“ und verließ Hasels Schilf.

Hasel warf ihm die Jim Beam Flasche hinterher. Gustl konnte ausweichen und murmelte während er sich immer weiter entfernte: “Das verlief ja gar nicht gut…“.

Fortsetzung folgt …

Die Enten vom Mühlwasser

Der Angriff der Raben Teil 2

Doch dann platzte plötzlich Regina in Hasels Schilfhaus ein.

Hasel riss ihre Augen weit auf und fragte Regina genervt und nervös gleichzeitig:“ Was machst du hier?“. Regina trat herein und entschuldigte sich zunächst für das unangekündigte Auftauchen und danach für ihr Lauschen. Sie gab offen zu, die beiden bei ihrem Gespräch belauscht zu haben. Hasel wollte bereits ihren Haarföhn in die Hand nehmen und diesen Regina über den Schädel ziehen, aber dann machte Regina einen Vorschlag. „Ich finde wir sollten uns zusammenschließen und um eine Audienz bei Gufoldos „Gufi“ Maximillian dem Zweiten Schwanenkopf und rechtmäßigen Herren des Mühlwassers, erbitten und ihn umgehend über die Sache mit den Raben informieren.“. „Nein, bist du deppert??!!“, pfauchte Hasel Regina an und fügte hinzu: „Schwäne die gerade erst Nachwuchs bekommen haben darf man nicht näherkommen als 10 Meter! Und schon gar nicht ansprechen. Aber wenn du meinst leg dich doch an mit diesen Langhälsen.“. Frederick stimmte, natürlich zur Missgunst von Hasel, Regina zu und hat weist darauf hin, keine Zeit zu verschwenden, da die Raben bestimmt bald da sein werden. Die drei beschlossen die anderen Tiere des Mühlwassers miteinzubeziehen und um eine Audienz zu bitten.

Die drei Enten verheimlichten jedoch vor den anderen Tieren die Tatsache, dass die Raben ausschließlich hinter den Enten her waren. Sie hatten Angst, dass die Bewohner dann der Meinung wären, dass es sie schließlich nicht kümmerte und somit nicht helfen würden. So machten sie sich auf den Weg und klopften bei jeder Haustüre an um Unterschriften schnellstmöglich zusammen zu bekommen. Für eine Audienz waren insgesamt 70 solcher nötig. Während das Trio von Tür zu Tür watschelte fiel Hasel ein Gekicher zwischen Frederick und Regina auf. „Hoffentlich fressen die Raben sie zuerst“, flüsterte sie vor sich hin und grinste dabei verräterisch. Nachdem sie 70 Unterschriften gesammelt hatten, reichten sie diese bei der Behörde ein. Die Behörde bestand aus lausigen Arbeitern. Meist waren es Moorhühner. Hasel hatte ein ungutes Gefühl, ob die Unterschriften je bei Gufi ankämen. Aber es war zu diesem Zeitpunkt alles was sie tun konnten.

Es verging eine Nacht. Am nächsten Morgen wurden die Bewohner von einem lauten Horn geweckt. „Versammelt euch, König Gufoldos, veranlasst dieses Treffen“, schrie ein Moorhuhn. Alle Bewohner fanden sich ein, Gufoldos fehlte noch. Doch dann betrat der Herr des Mühlwassers das Wasser. Er schwamm in Hasels Richtung, als wüsste er, dass sie mit verantwortlich war für dieses Treffen. Sein war Blick war düster. Hasel hatte ein ungutes Gefühl. Sie glaubte in seinen Augen gelesen zu haben, dass er nicht erfreut war über diese Versammlung. „Liebe Genossen!“, sprach er mit rauer Stimme, „Ich habe euch heute hier her gerufen, um zu verkünden, dass…“, er holte tief Luft, „Krieg bevor steht!“. Sofort begann die Menge zu tratschen und verwirrte Gestiken wurden in Richung Gufi geworfen. Er führte fort: „Die Raben werden kommen. Sie wollen unser geliebtes Mühlwasser haben. Wir müssen darauf gewappnet sein. Dies ist unser Zuhause und das soll es auch bleiben.“ Die Menge jubelte. Alle waren plötzlich in Kampfeslaune. Hasel auch. Doch dann sah sie zu Regina, welche gerade zu weinen begann. Gleichzeitig sah sie wie Frederick zu ihr schwamm und sie tröstete. Hasel reckte ein wenig. UND PLÖTZLICH … übertönte ein Sirenenartiges Geräusch die Versammlung.

Aus der Ferne sah man einen Schwarm von Raben, welche eindeutig das Mühlwasser im Visier hatten. Panik brach aus. Die ersten Raben erreichten das Wasser. Gufi gab das Signal für die Bogenfrösche. „Und Abschuss!!“, schrie er sich aus der Kehle. Die ersten Frösche erledigten sogar ein paar Raben. Doch die Raben in der zweiten Reihe hatten es auf die Enten abgesehen. Der erste Rabe begann Regina zu zwicken. Frederick nahm Schwung und konnte den Raben durch einen 360 Grad Roundhouse Kick abwehren. Der nächste Rabe hatte es auf Hasel abgesehen. Regina und Frederick hielten sich in den Armen und sahen zu. Doch dann wie aus dem Nichts tauchte Rudi Laschauge auf und biss dem attackierenden Raben ins den Hals. Zu schwach allerdings, denn der Rabe ließ nicht locker und versuchte Hasel zu töten. „Machen wir es gemeinsam“, pfauchte Rudi um sein Leben. Hasel verstand. So flogen die beiden hoch und erledigten den Raben in der Luft. Wieder im Wasser angekommen gab es ein schüchternes High Five der beiden. Es wurden immer mehr Raben und die Situation schien aussichtslos. Doch dann kamen plötzlich Menschen ans Ufer. Und sie planschten im Wasser. Diese Tatsache verscheuchte die Raben vom Mühlwasser.

Hasel dachte sich: „Mein Feind ist auch der Feind meines Feindes“. Die Lage beruhigte sich. Hasel ruhte sich in ihrem Schilf aus, als es an der Tür klopfte. Es waren Regina und Frederick. Regina sprach: „Hasel wir müssen dir etwas sagen…Wir sind verlobt und werden von hier fortgehen.“ Hasel war in der Tat überrascht. Überrascht und extrem eifersüchtig. Diese Tatsache wollte sie die beiden jedoch nicht spüren lassen. „Achja wo hin denn? Was ist denn am Mühlwasser so falsch?“, fragte Hasel. Regina sprach:“ Fredilein hat mir von der alten Donau erzählt. Er hat ja schon so viel gesehen…hihi….und da soll es so gute Spare Ribs geben..hihihi…. Tschüüüüü.“ Das frisch verlobte Paar verließ Hasels Schiff. Hasel war traurig. So sehr wünscht sie sich auch sowas.

Als sie am nächsten Morgen am Wasser frühstückte sah sie wie Rudi in ihre Richtung schwamm. „Guten Morgen“ sagte Rudi zu Hasel, welche den Gruß erwiderte. Rudi sah Hasel mit seinen schwarzen Knopfaugen an und fragte sie ob sie nicht einmal Lust hätte mit ihm das Stranddomizil zu besuchen. Rudi nahm für diese Frage all seinen Mut zusammen und Hasel antwortete: „….NAH! Geh weg du stinkst.“ ENTE!

Die Enten vom Mühlwasser

Angriff der Raben Teil 1

Hasel Kurzhals und Regina Schnabelgelb drehten eine Runde im Mühlwasser. Dies taten sie jeden Abend vor der anbrechenden Nachtruhe. Dieses Ritual nannten die besten Freundinnen gerne „Schwimmrundal“.

Jeden Abend hieß es also entweder von Hasel oder von Regina „auf a Schwimmrundal“. Sie sprachen des Öfteren darüber wie gut dieses Ritual ihre Ausgeglichenheit und Fitness förderte. Schließlich schwammen sie nach dem Abendmahl. In Wahrheit war Hasel jedoch auf Erpelschau. Sie war alt genug und wollte sich endlich von Regina Schnabelgelb lösen. Nichts wünschte sie sich sehnlicher als einen stattlichen Erpel zu heiraten und eine Familie zu gründen mit der sie in Zukunft ihr Schwimmrundal drehen kann. Über die Wahrheit wollte Hasel allerdings Regina nicht aufklären. Dies könnte sie schließlich verletzen. Hasel nutzte Reginas Anwesenheit aus, um nicht allein zu schwimmen. Denn das könnte bei potenziellen Anwärtern schließlich nicht gut aussehen. Bei Enten gilt man bekanntlich als Biest bzw. als Oberzicke wenn man als Entendame alleine in der Welt umherwandelt. Von solchen Enten halten sich die Männchen oft fern.

Mit jedem neuen Tag nervte Regina Schnabelgelbs Geplapper Hasel immer mehr. Erst kürzlich schnäbelte sie: „Fische sind so hässlich. Ich hoffe die Algen kesseln sie bald ein.“ Hasel musste durchhalten. „Bald wird der Tag kommen“, redete sie sich ein. Auch die Art und Weise, dass Regina sich jedes Mal nach dem Wassergang gründlich putzte löste in Hasel innerliche Aggressionen aus. So richtig erklären konnte sie diese jedoch nicht. Wahrscheinlich war eine ordentliche Portion Unzufriedenheit mit sich selbst mit im Spiel. Hasel vermisst ihre Kindheit. Die Zeit in der alles so einfach war. Als kleines Vögelchen spielte sie gerne mit Fröschen, Bibern und auch Fischen. Doch diese Zeit ist lange vorbei. Nun wurde sie erwachsen und musste ihre Entenpflicht erledigten. Schließlich tickt die Uhr auch bei Enten.

Eines Tages schwammen Hasel und Regina im Mühlwasser um Nahrung für ihr Frühstück aufzunehmen. Da entdeckten die beiden den Erpel Rudi Laschauge. „Ich glaub der steht auf dich, er sieht voll oft zu dir rüber. Fällt mir schon länger auf“, sagte Regina zu Hasel. Hasel bemerkte einen süffisanten Unterton. Schließlich galt Rudi nicht gerade als Weiberheld. Er wurde oft wegen seines Nachnamens gemobbt. Nicht das sein Nachname der alleinige Grund dafür gewesen war, sondern die Tatsache, dass er kurzsichtig war und schlecht sehen konnte machte ihn zum Mobbingopfer. Selbst die Frösche, welche als äußert intellektuelle Wesen galten, machten sich manchmal über ihn lustig, und meinten, dass er es schwer haben würde eine Entendame zu finde. „Ach so ein Blödsinn!“ entgegnete Hasel zu Regina. Die beiden aßen vor sich hin als sie plötzlich gestört wurden. Denn an diesem nebeligen Morgen hörte man ein leidendes Geschrei von der Ferne, welches die Stille am Mühlwasser auffällig übertönte. Hasel lief sofort zum Ufer. Darauf folgten auch viele andere Bewohner. Verwirrt sahen sich die Tiere an und rätselten über den Grund des Geschreis. Es wurde jedoch schnell wieder still als urplötzlich etwas am Himmel erschien. Hasel konnte es zunächst auch nicht erkennen. Auch Regina fand sich nun am Ufer ein. Das unerkennbare Ding flog ins Wasser und tauchte unter. Die Tiere waren starr vor Schreck. Doch dann … tauchte es wieder auf. Es war ein … Erpel. Hasel war sich sicher. Und tatsächlich es war ein Enterich. Dieser mühte sich ab um ans Ufer zu den Tieren zu gelangen. Mit viel Anstrengung schleppte er sich aufs Festland. Narben verzeichneten des Erpels Antlitz. Eine Blutstrecke formte sich im Wasser, in dem er geschwommen war. Auf dem Festland angekommen hechelte er: „Ihr müsst weg hier…Sie kommen.“ „Wer kommt?“, fragte der alte Bibermann Gustl Zweizahn“. „Die…die…Raben“, teilte der mysteriöse Erpel den Bewohnern des Mühlwassers mit. Regina Schnabelgelb drängte sich durch die Menge, um zu dem Erpel zu gelangen. „Wir müssen etwas tun und ihn retten“, sagte sie. Hasel wusste, dass sollte ihr Moment sein. Sie schrie „Ich weiß wie das geht. Ich kann ihn wieder auf die Beine bringen!“. Die Tiere einigten sich und übergaben diese Aufgabe an Hasel. Diese freute sich auch über den verwirrten Starrblick von Regina. Hasel half dem Erpel in ihr Schilfhaus.

Der stattliche Erpel mit dem kleinen Schillwasser Akzent bedankte sich während Hasel ihn mit Bepanthen eincremte. Weiters warnte er sie: „Ich habe das wirklich ernst gemeint am Ufer. Ihr müsst etwas unternehmen oder euch passiert dasselbe wie uns Enten am Schillwasser. Ich heiße im übrigen Frederick Federglanz“

Hasel antwortete: „Ja aber Raben haben doch noch nie Enten angegriffen.“ In Gedanken spielte Hasel bereits mit dem Namen Hasel Federglanz. Es klang so viel besser als Kurzhals, dachte sie sich. „Raben haben gelernt. Sie leben bereits zu lange mit Menschen zusammen anstatt in der Natur. Und du weißt was Menschen essen…“, sagte Frederick. Hasel reagierte gereizt: „Dieses Wort in den Mund zu nehmen wurde uns verboten!“. „Sag es!! Ihr müsst stärker werden, Gott verdammt.“, schrie Frederick. Hasel riss sich zusammen. Sie zögerte zunächst und brachte es dann doch heraus: „Omas Winterbraten…“. „Ganz genau.“, sagte Frederick. Es wurde kurz still. Sie wurden beide nachdenklich. Doch dann platze plötzlich Regina in Hasels Schilfhaus ein.

Fortsetzung folgt…